Cashflow oder Wachstum? Worauf es beim Investieren ankommt

Im heutigen Niedrigzinsumfeld reicht Sparen kaum noch aus, um Vermögen aufzubauen und sich neben dem klassischen Drei-Säulen-System finanzielle Sicherheiten zu schaffen. Wer sein Geld für sich arbeiten lassen möchte, kommt an Investitionen in Aktien und ETFs nicht vorbei.

Von Helga Baechler

Mit dem Einstieg an der Börse stellt sich die Frage nach der Strategie. Setzt man auf regelmässige Erträge durch Dividenden oder auf möglichst starkes Vermögenswachstum, zum Beispiel über thesaurierende ETFs?

Hinter der Entscheidung zwischen der Dividendenstrategie und thesaurierenden ETFs steht eine grundsätzliche Frage:

Wann soll das Geld im Leben seine Wirkung entfalten?

Erst zur Pension oder bereits laufend während des Investierens? Entscheidend ist nicht die theoretisch beste Strategie, sondern jene, die man konsequent durchzieht.

Eine Dividendenstrategie liefert planbaren Cashflow, macht Ausschüttungen sichtbar und stärkt damit die Motivation, investiert zu bleiben. Gleichzeitig ermöglicht sie laufende Einnahmen, ohne dass Anteile verkauft werden müssen. Da die Ausschüttungen unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen an der Börse erfolgen, kann das zu einem ruhigeren und gelasseneren Investieren beitragen.

Thesaurierende ETFs hingegen maximieren den Zinseszinseffekt, da alle Erträge automatisch reinvestiert werden. Sie sind einfach, breit diversifiziert und steuerlich effizienter für den langfristigen Vermögensaufbau.

Die Dividendenstrategie zielt darauf ab, in Firmen zu investieren, die regelmässig steigende Dividenden ausschütten. Besonders attraktiv sind die Dividenden-Aristokraten. Das sind Firmen mit einer langjährigen, stabilen Ausschüttungshistorie. Der Fokus liegt auf Sicherheit, kontinuierlichen Erträgen und moderatem Wachstum. Solche Firmen wirken oft unspektakulär, zeichnen sich aber durch Beständigkeit aus und bringen Stabilität ins Depot.

Zusätzliche Einnahmen können bereits vor der Pension finanzielle Spielräume schaffen, sei es als Lohnergänzung oder um ein Sabbatical zu überbrücken.

Wichtig zu beachten ist der steuerliche Aspekt. Während Kursgewinne im Privatvermögen in der Schweiz steuerfrei sind, werden Dividenden als Einkommen versteuert.

Investieren ist nicht nur eine Frage der Strategie, sondern vor allem des Verhaltens. Ein Ansatz, der sich über Jahre hinweg „leer“ anfühlt, wird oft nicht konsequent durchgezogen. Einer hingegen, der regelmässig kleine Erfolgserlebnisse liefert, hat bessere Chancen, langfristig Bestand zu haben.

Am Ende geht es daher nicht nur darum, wie viel Vermögen man aufbaut, sondern auch darum, zu welchem Zeitpunkt man davon profitieren kann.