Fachausbildung

Fachmann/- Frau für Personalvorsorge mit eidg. Fachausweis

Die berufliche Vorsorge ist ein breites und komplexes Gebiet. Die Fachkenntnisse zur Lösung der Aufgaben müssen aus voneinander stark verschiedenen Gebieten erbracht werden.

Der grosse Teil der Aufgaben in einer Vorsorgeeinrichtung fällt im Verwaltungsbereich an. Diese Aufgaben betreffen u.a. das Rechnungswesen, Kapitalanlagen, Freizügigkeiten, Abwicklung der Leistungsfälle, organisatorische Belange, Verkehr mit internen und externen Stellen. Für die sachgemässe Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgaben ist ein systematisch aufgebauter und anerkannter Ausbildungsstand wertvoll. Er unterstützt allgemein die Durchführungsqualität in der fachlich anspruchsvollen beruflichen Vorsorge.

Aus diesem Grund nahm die Vereinigung der verbandlich organisierten Vorsorgeeinrichtungen (VVV) den Aufbau und die Organisation einer entsprechenden Ausbildung sowie der Berufsprüfungen an die Hand. Das Prüfungsreglement wurde am 4. November 1986 vom Eidg. Volkswirtschaftsdepartement genehmigt.

Das neue und nun gültige Prüfungsreglement datiert vom 21. März 2011. Die Durchführung der Ausbildungen und Prüfungen übertrug die VVV der 1987 gegründeten Fachschule für Personalvorsorge.

Die Fachschule für Personalvorsorge ermöglicht Fachkräften der beruflichen Vorsorge eine solide und breite Grundausbildung mit eidgenössischer Berufsprüfung, welche zum Erwerb des Titels "Fachmann/frau für Personalvorsorge mit eidgenössischem Fachausweis" führt.

Wir legen Wert auf die Abgrenzung des/der Fachmannes/frau für Personalvorsorge zum Pensionskassenversicherungsexperten. Die Zuständigkeit des/der Fachmannes/frau für Personalvorsorge bezieht sich auf den Verwaltungsbereich, wogegen versicherungstechnische Expertisen in das Tätigkeitsgebiet des Pensionsversicherungsexperten fallen.

Ausbildungsbeginn / Dauer

Die Ausbildung beginnt jeweils im September und dauert 2 Jahre.

Kursinhalt / Kosten

Berufsbild des/der Fachmann/frau für Personalvorsorge

Der/die Fachmann/frau für Personalvorsorge ist vorwiegend im Bereich der beruflichen Vorsorge tätig, sei es als Angestellter einer Pensionskasse, Treuhandgesellschaft, Versicherungsgesellschaft, Bank oder Amtsstelle.

Der/die Fachmann/frau für Personalvorsorge verfügt über ein breites Wissen in Bezug auf die berufliche Vorsorge und den Aufgabenbereich von Vorsorgeeinrichtungen. Er/sie verfügt zudem über erhebliche Praxis in der beruflichen Vorsorge.

Der/die Fachmann/frau für Personalvorsorge hat die eidg. Berufsprüfung für den/die Fachmann/frau für Personalvorsorge erfolgreich bestanden und ist Inhaber/in des geschützten Titels "Fachmann/frau für Personalvorsorge mit eidgenössischem Fachausweis".

Was gehört zum Wissen eines/einer Fachmannes/frau für Personalvorsorge?

Rechtsgrundlagen

Allgemeine Grundlagen in Recht, Sozialversicherung, BVG, Verordnungen, ZGB/OR (berufliche Vorsorge), rechtlicher Aufbau von Vorsorgeeinrichtungen, Kontrolle, Aufsicht, Rechtspflege, steuerliche Behandlung

Versicherungstechnik

Finanzmathematik, Wahrscheinlichkeit/Statistik, Grundbegriffe, Leistungsprimat, Beitragsprimat, versicherungstechnische Elemente der Jahresrechnung

Rechnungswesen

Kontenplan, Hauptbuchhaltung, Nebenbuchhaltungen Beitragsinkasso, Finanzplanung und Finanzüberwachung, Bilanzierung, Abschlüsse und Jahresrechnung / FER 26

Kapitalanlagen

Anlagevorschriften, Anlagegrundsätze, Anlagemöglichkeiten, Anlageinformationen, Anlagebewirtschaftung, Renditeberechnung,
Anlagedokumentation

Pensionskassenführung

Aufbau- und Ablauforganisation, EDV-Einsatz, Beitragswesen, Mutationswesen, Freizügigkeiten, Leistungsabklärung, Wohneigentumsförderung, Koordination mit anderen Versicherungen, Dateien, Statistiken, Dokumentationssysteme, Verkehr mit Stiftungsrat, Aufsicht, Kontrollstelle und Experte

Werdegang eines/einer Fachmann/frau für Personalvorsorge

  1. Voraussetzung ist eine kaufmännische Lehre oder gleichwertige Ausbildung oder das Diplom einer vom Bund anerkannten Handelsmittelschule oder eidgenössische oder kantonale Maturität. Zudem ist eine dreijährige praktische Tätigkeit, wovon mindestens ein Jahr im Bereich der beruflichen Vorsorge, nachzuweisen.
  2. Absolvierung des zweijährigen Ausbildungskurses für angehende Fachleute für Personalvorsorge. Diese Ausbildung ist intensiv und erfordert eine Vorbereitungszeit pro Kurstag.
  3. Absolvierung der eidgenössischen Berufsprüfung für den/die Fachmann/frau für Personalvorsorge, Abschluss mit eidgenössisch anerkanntem Fachausweis.

Unser Ausbildungskonzept

  1. Wir vermitteln eine Ausbildung, welche als Ganzes eine Einheit bildet und die mit einer eidgenössisch anerkannten Prüfung abschliesst.
  2. Der ganze Ausbildungsblock ist aufgeteilt in fünf Fachgebiete:
    • Rechtsgrundlagen
    • Versicherungstechnik
    • Rechnungswesen
    • Kapitalanlagen
    • Pensionskassenführung

      Die Fachgebiete sind aufgeteilt in Themen. Die Fachgebiete und Themen sind aufeinander abgestimmt und gewichtet. Für jedes Thema besteht eine abgestimmte und gewichtete Zielsetzung. Ein Fachgebiet nimmt 6 - 10 Schultage, ein Thema ½ - 2 Schultage in Anspruch.
       
  3. Die Ausbildung wird während zwei Jahren an ca. 37 Schultagen (grundsätzlich jeden zweiten Samstag ausserhalb der Ferien) vermittelt. Die Kursteilnehmer müssen sich anhand unserer Manuals und Vorbereitungsdispositionen sorgfältig auf jedes Thema vorbereiten. Im Unterricht wird der Stoff möglichst anhand praktischer Fälle vertieft.

Unterricht

  1. Mindestens 2 Wochen vor Kursbeginn werden den Kursteilnehmern durch die Schule die Manuals ausgehändigt.
  2. Die Kursteilnehmer müssen sich auf jedes Thema anhand des Manuals und der Vorbereitungsdispositionen vorbereiten. Der Umfang der obligatorischen Vorbereitung wird vom Fachdozenten im Manual festgelegt.
  3. Im Unterricht wird der Stoff repetiert und vertieft. Es wird auf Fragen eingegangen und viel anhand praktischer Fallbeispiele gearbeitet.
  4. Nach einem Schultag sollte der Kursteilnehmer den Stoff begriffen haben und ohne Hilfe des Dozenten zur Vertiefung und Repetition fähig sein.
  5. Auf Kursteilnehmer, welche unvorbereitet an die Kurse kommen, wird im Unterricht nicht Rücksicht genommen.

Schulbetrieb

  1. Der gesamte Vorbereitungskurs umfasst ca. 37 Schultage. Die Schultage werden grundsätzlich jeden zweiten Samstag ausserhalb der Schulferien abgehalten.
  2. Die Ausbildung findet in Olten statt und startet alljährlich gegen Ende September mit einem neuen Lehrgang. Unsere Schulungsräume befinden sich im KV Olten an der Bifangstrasse 10 in 4601 Olten. Das Gebäude liegt an zentralster Lage, in der Nähe des Bahnhofs Olten.
  3. Die Schulzeiten sind: 9.15 Uhr bis 12.30 Uhr, 13.30 Uhr bis 16.45 Uhr. Morgens und nachmittags ist eine Pause von ca. 1/4-Stunde vorgesehen.

Prüfungen

Nach Abschluss der zweijährigen Ausbildung findet die eidg. Prüfung statt.

  1. Für die Durchführung und das Bestehen der Prüfungen ist das Prüfungsreglement massgebend.
  2. Die Prüfungen werden von der Prüfungskommission zusammen mit Prüfungsexperten vorbereitet und abgenommen. Die Experten sind in der Regel Fachdozenten.
  3. Die Prüfungsgebühren sind im Kursgeld nicht inbegriffen.
  4. Prüfungsteile und Dauer

Prüfungsteil

    Art der Prüfung Zeit Gewichtung
1. Rechtsgrundlagen schriftlich 2 h einfach
2. Versicherungstechnik schriftlich 2 h einfach
3. Rechnungswesen schriftlich 2 h einfach
4. Kapitalanlagen schriftlich 2 h einfach
5. Pensionskassenführung Fallstudien schriftlich 4 h doppelt
6. Pensionskassenführung Fallstudien mündlich 30 Min. einfach
  Total   12.5 h  

Prüfungsteil: 1. Rechtsgrundlagen
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 2. Versicherungstechnik
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 3. Rechnungswesen
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 4. Kapitalanlagen
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 5. Pensionskassenführung Fallstudien
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 4 h
Gewichtung: doppelt

Prüfungsteil: 6. Pensionskassenführung Fallstudien
Art der Prüfung: mündlich
Zeit: 30 Min.
Gewichtung: einfach

Die rechtlichen Grundlagen bilden das Berufsbildungsgesetz und die dazugehörige Verordnung sowie das Prüfungsreglement.

Kurskosten und Finanzierung

Die Kursgelder betragen:

  • für den gesamten Kurs pro Semester (inkl. Manuals) Fr. 3'100.–
  • bei 4 Semestern total Fr. 12'400.–

Finanzierung
Diese Ausbildung wird vom Bund mit einer Kostenbeteiligung gefördert. Siehe dazu das Merkblatt "Finanzierung der Berufsbildung PDF". Weitere Informationen auf der Website des Bundes erhalten Sie hier!

Verzeichnis der verantwortlichen Personen

Verwaltungsrat

  • Martin Freiburghaus (Präsident)
  • Fischer Urs (Vizepräsident)
  • Egli Daniela
  • Dürr Daniel
  • Gröbli Adrian
  • Ruh Gregor

 

Direktor

  • Ruh Gregor

Prüfungsleiter

  • Hunziker Urs

 

Fachleiter

  • Schubiger Cyrill, Dr. (Rechtsgrundlagen)
  • Spuhler Ursula (Versicherungstechnik)
  • René Kocher (Rechnungswesen)
  • Skaanes Stephan (Kapitalanlagen)
  • Dürr Daniel (Pensionskassenführung)

Sekretariat

  • Wernli Corinne
    Fachschule für Personalvorsorge AG
    Bälliz 64
    3600 Thun

    Tel. 033 227 20 42

Übersicht über die Fächer

Rechtsgrundlagen

Thema 1: Grundlegende Rechtsgebiete und Rechtsbegriffe

  1. Der Kursteilnehmer kennt die Rechtsgebiete, die für Rechtsbeziehungen in der 2. Säule von Bedeutung sind.
  2. Er kennt den Aufbau der Rechtsordnung, die allgemeinen Rechtsgrundsätze sowie die Grundzüge der Rechtspflege.
  3. Er kennt die Grundzüge der Vertragslehre.
  4. Er kennt die Systematik und die Hauptakzente des BVG sowie der BVV2.
  5. Er versteht die für seine Rechtspraxis wesentlichen Grundbegriffe aus ZGB, OR und VAG.

Thema 2: Rechtlicher Aufbau der Vorsorgeeinrichtungen

  1. Der Kursteilnehmer kennt die rechtlichen und praktischen Anforderungen an die Erstellung von Urkunden, Statuten und Reglement einer Vorsorgeeinrichtung.
  2. Insbesondere kennt er die Besonderheiten für Genossenschaften, Gemeinschafts- und Sammeleinrichtungen von Banken und Versicherungen, Verbandskassen und öffentlich-rechtlichen Kassen.
  3. Er kann sinnvolle Gestaltungsvorschläge für Urkunde, Statuten und Reglemente unterbreiten.
  4. Er kennt die Auswirkungen von einschlägigen Mängeln in Urkunden, Statuten und Reglementen.

Thema 3: Rechte der Versicherten und Destinatäre

  1. Der Kursteilnehmer besitzt vertiefte Kenntnisse der Grundlagen, Form und inhaltlichen Schranken der Gestaltung des Vorsorgevertrages.
  2. Es sind ihm die speziellen Bestimmungen des Arbeitsvertrags- und Stiftungsrechts in der praktischen Bedeutung bekannt.
  3. Der Kursteilnehmer ist in die Probleme der paritätischen Verwaltung gemäss BVG speziell eingeführt.
  4. Er weiss um die Zusammenhänge zwischen den Rechten der Versicherten und der Destinatäre gemäss OR, ZGB, und BVG.
  5. Er besitzt die nötigen Kenntnisse zum Verhältnis von vorsorgevertraglichen und erbrechtlichen Ansprüchen.

Thema 4: Spezialgebiete und Rechtsfragen

  1. Der Kursteilnehmer kennt Grundzüge über die Aufgaben des Sicherheitsfonds und der Auffangeinrichtung.
  2. Er kennt die rechtlichen Aspekte über den Arbeitsvertrag.
  3. Er kennt das rechtliche Vorgehen bei Betreibung.
  4. Er kennt die rechtlichen Aspekte bezüglich Eintrag ins Handelsregister.
  5. Der Kursteilnehmer hat die Übersicht über Kommentare und Rechtspraxis für einschlägige Probleme (z.B. Behandlung von Arbeitgeberbeitragsreserven, Verrechnung von Forderungen, Freizügigkeit, Ergänzungsgutschriften, Behandlung von Sondermassnahmen). Er kennt deren praktische Bedeutung und die Massnahmen, welche durch die Vorsorgeeinrichtung zu treffen sind.

Thema 5: Kontrolle und Aufsicht

  1. Der Kursteilnehmer kennt die Aufgaben der Kontrollinstanzen (Kontrollstelle und Experte) sowie Organisation und Aufgaben der Aufsicht. Er verfügt über einen praxisbezogenen Einblick in die Arbeitsteilung zwischen Kontrollinstanzen und Aufsicht.
  2. Aus der Darstellung der Aufsichtspraxis hat er vertiefte Kenntnisse zu den rechtlichen Aspekten der Möglichkeiten und Schranken des Handelns der Geschäftsführungsorgane und Vorsorgeeinrichtungen.
  3. Er kennt die rechtlichen Grundgedanken und praktischen Voraussetzungen für Verantwortlichkeiten und Haftung im Rahmen der beruflichen Vorsorge.

Thema 6: Rechtspflege

  1. Der Kursteilnehmer verfügt über die nötigen Kenntnisse zum Klageweg nach Art. 73 BVG und zum Beschwerdeweg nach Art. 74 BVG.
  2. Er hat Sicherheit in der Abgrenzung der Rechtswege.
  3. Der Kursteilnehmer weiss schliesslich ebenfalls, welche Rechtsansprüche im Zusammenhang mit der 2. Säule ausserhalb der speziellen Rechtswege des BVG durchzusetzen sind.
  4. Er kennt einschlägige Beispiele der Rechtspflege aus der Praxis.

Thema 7: Wohneigentumsförderung / Steuern

  1. Der Kursteilnehmer verfügt über vertiefte Kenntnisse der steuerlichen Behandlung der Vorsorgeeinrichtungen und der Vorsorgeleistungen durch Bundesrecht und kantonale Vorschriften.
  2. Er kennt die rechtlichen und praktischen Möglichkeiten zur Absetzung der Beiträge bei der Bundessteuer und kantonalen Steuern im Rahmen der beruflichen Vorsorge.
  3. Er kennt die steuerliche Behandlung der Wohneigentumsförderung.

Thema 8: Netzwerk und Koordination der Sozialversicherungen

  1. Der Kursteilnehmer kennt Geschichte und Grundgedanken des 3-Säulen-Systems.
  2. Er hat einen Gesamtüberblick über die Sozialversicherungen.
  3. Er versteht insbesondere die Unterscheidung in obligatorische und freiwillige Vorsorge.
  4. Er hat das Grundverständnis für die Koordination in der Sozialversicherung.
  5. Er kennt die wesentlichen volkswirtschaftlichen Aspekte der Sozialversicherungen, insbesondere der 2. Säule.
  6. Er kennt die wesentlichen Aussagen aus der Pensionskassenstatistik
  7. Er kennt die wichtigsten in der beruflichen Vorsorge engagierten Verbände und Organisationen

Versicherungstechnik

Thema 1: Finanzmathematik

  1. Die Teilnehmer/-innen kennen die wichtigsten Grundbegriffe der Finanzmathematik. Insbesondere lernen sie das Auf- und Abzinsen von Kapitalien und kennen den Einfluss des Zinssatzes.
  2. Sie sind in der Lage, den Bar- und Endwert von Zeitrenten zu bestimmen und kennen den Zusammenhang zwischen vorschüssiger und nachschüssiger Rentenzahlung.
  3. Sie sind in der Lage, ihre finanzmathematischen Kenntnisse auf praktische Beispiele umzusetzen, wie beispielsweise die Schuldentilgung oder die Kursberechnung einer Obligation.

Thema 2: Statistik, Wahrscheinlichkeit und technische Grundlagen

  1. Die Teilnehmer/-innen kennen die wichtigsten statistischen Masszahlen und haben Kenntnis von den elementarsten Begriffen der Wahrscheinlichkeitsrechnung.
  2. Sie lernen die verschiedenen in der Schweiz angewendeten Rechnungsgrundlagen kennen.
  3. Die Grundzahlen und Barwerte der technischen Grundlagen EVK 2000 werden Beispielen und Übungen erarbeitet. Zum Abschluss werden die Änderungen der technischen Grundlagen illustriert.

Thema 3: Versicherungstechnische Grundbegriffe

  1. Nach einer Zusammenfassung der Grundsätze der beruflichen Vorsorge werden die Vorsorgeeinrichtungen nach verschiedenen Unterscheidungsmerkmalen klassiert.
  2. Die Teilnehmer/-innen lernen die in der Vorsorge gängigen Lohn- und Zinsbegriffe kennen und erhalten einen Überblick über die planmässigen Einnahmen und Ausgaben.
  3. Sie verstehen den Begriff des Deckungskapitals und wissen insbesondere, was unter dem prospektiven und dem retrospektiven Deckungskapital zu verstehen ist.
  4. Die drei wichtigsten Finanzierungsverfahren - das Umlageverfahren, das Rentenwertumlageverfahren und das Kapitaldeckungsverfahren - werden definiert und mit ihren Eigenschaften und der Anwendung illustriert.

Thema 4: Leistungsprimat

  1. Die Teilnehmer/-innen lernen das Leistungsprimat als Beispiel für eine kollektiv finanzierte Vorsorgelösung kennen.
  2. Sie können den notwendigen Beitrag sowohl nach der individuellen wie auch nach der kollektiven Methode bestimmen und die Nachzahlung infolge Lohnerhöhung berechnen.
  3. Der Einfluss der Lohnentwicklung auf die notwendige Finanzierung und Kosten senkende Massnahmen wie Altersabdachung oder Durchschnittslohnbildung werden beschrieben.
  4. Die Teilnehmer/-innen können die Freizügigkeitsleistung im Leistungsprimat berechnen und lernen verschieden Möglichkeiten für die Durchführung des WEFG kennen.

Thema 5: Beitragsprimat

  1. Die Teilnehmer/-innen lernen das Beitragsprimat als Beispiel für eine individuell finanzierte Vorsorgelösung kennen.
  2. Im Vordergrund steht die sogenannte Sparkassen-Risikolösung. An diesem Beispiel wird die Wechselwirkung zwischen Finanzierung und Leistung aufgezeigt und es wird das Vorsorgeziel für die Altersleistungen in Abhängigkeit der Lohndynamik und der Verzinsung untersucht.
  3. Es werden verschieden Möglichkeiten zur Bestimmung der Risikoleistungen in der Sparkassen-Risikolösung aufgezeigt. Am Beispiel des Risikobeitrages wird die kollektive Finanzierung bestimmt.
  4. Die Teilnehmer/-innen erarbeiten die Auswirkungen des FZG und WEFG auf die Vorsorgeeinrichtung mit Beitragsprimat und lernen die Problemstellungen der flexiblen Alterspensionierung kennen.

Thema 6: Versicherungstechnische Elemente der Jahresrechnung

  1. Nach einer Darstellung der gesetzlichen Grundlagen und Fachrichtlinien lernen die Teilnehmer/-innen die versicherungstechnischen Grössen der Jahresrechnung in der Darstellung nach Swiss GAAP FER 26 kennen.
  2. Als zusätzlich zur Jahresrechnung notwendiges Analyse- und Führungsinstrument wird das versicherungstechnische Gutachten vorgestellt. Insbesondere werden die technischen Rückstellungen und der Begriff der Sollrendite umschrieben und die versicherungstechnischen Gewinn- und Verlustquellen aufgezeigt.
  3. Eingehend gehen die Teilnehmer/-innen auf besondere Bewertungsfragen aus versicherungstechnischer Sicht ein:
    • Unterdeckung und mögliche Sanierungsmassnahmen;
    • Möglichkeiten der Verteilung eines versicherungstechnischen Überschusses;
    • Voraussetzungen und Verfahren bei Teilliquidation
    • Liquidation und Fusion von Vorsorgeeinrichtungen
  4. Die Inhalte dieses Themas werden mit einem umfangreichen Übungsblock verfestigt.

Rechnungswesen

Thema 1: Buchhaltungssysteme

Der Teilnehmer kennt die Grundbegriffe und Anwendungsbeispiele einer einfachen, doppelten Buchhaltung und kameralistischen Buchführung.

Thema 2: Kontenplanung, Buchungs- und Kontentechnik

  1. Der Teilnehmer kennt die Grundsätze der Kontenplanung sowie die wichtigsten Kontenrahmen mit praktischen Anwendungsbeispielen.
  2. Er ist in der Lage, für verschiedene Kassentypen sinnvolle Vorschläge von Kontenplänen zu erstellen.
  3. Der Teilnehmer kennt die Grundbegriffe und praktischen Möglichkeiten der Führung von Journal, Hauptbuch und Hilfsbücher.
  4. Er kennt die buchhalterischen und die praktischen Anforderungen an die technische Buchführung und die Führung der BVG-Alterskonten.

Thema 3: Abschlusstechnik

  1. Der Teilnehmer kennt die Bewertungsmethoden, insbesondere der Nominalwertanlagen, der Sachwertanlagen sowie deren Rechtsgrundlagen.
  2. Er kennt die Methoden von Abschreibungen sowie deren praktische Anwendung.
  3. Er kennt die Rechnungsabgrenzungen sowie deren praktische Anwendung.
  4. Er kennt die praktischen Möglichkeiten zur Bildung und Auflösung von Rückstellungen und Reserven.

Thema 4: Bilanz

  1. Der Teilnehmer kennt die Grundbegriffe und praktischen Anwendungsbeispiele von Gestaltung und Gliederung der Bilanz in den verschiedenen Organisationsformen.
  2. Er kennt die Grundsätze der Bewertung und Bilanzierung.
  3. Er kennt die Bewertungsprinzipien, insbesondere Niederstwert-, Realisations- und Imparitätsprinzip und deren praktische Anwendungen.
  4. Er kennt die allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und deren praktische Konsequenzen.
  5. Er kennt die Abweichungen zu den aktienrechtlichen Bilanzierungsvorschriften (Art. 662 ff OR) und deren praktische Konsequenzen.
  6. Er kennt die Komponenten der versicherungstechnischen Bilanz sowie deren finanzbuchhalterischen Auswirkungen.

Thema 5: Betriebs- und Verwaltungsrechnung

  1. Der Teilnehmer ist in der Lage, eine Betriebs- und Verwaltungsrechnung unter Berücksichtigung der Organisationsform sinnvoll zu gestalten und zu gliedern.
  2. Er kennt das Bruttoprinzip mit praktischen Anwendungen.
  3. Er kennt die Veränderungsrechnung mit praktischen Anwendungen.

Thema 6: Finanzplanung und Finanzüberwachung

  1. Der Teilnehmer kennt die Anforderungen und praktischen Möglichkeiten eines Finanzplanes und ist in der Lage für verschiedene Kassentypen einen praxisgerechten Finanzplan zu erstellen.
  2. Er kennt die Anforderungen und praktischen Möglichkeiten der Liquiditätsüberwachung verschiedener Kassentypen.

Thema 7: Berichterstattung

  1. Der Teilnehmer kennt die Anforderungen und sinnvolle praktische Beispiele einer Berichterstattung über die Jahresabrechnung verschiedener Kassentypen.
  2. Er kennt die Anforderungen an den Erläuterungsbericht und ist in der Lage, unter Berücksichtigung des Kassentyps einen sinnvollen Bericht zu erstellen.
  3. Er ist in der Lage, die Finanzkomponenten im Rahmen des Geschäftsberichts sinnvoll zu integrieren und zu gewichten.

Thema 8: Kontrollstelle

  1. Der Teilnehmer kennt die allgemeinen Vorschriften zur Buchführung nach Art. 957 – 964 OR / Art. 47 BVV2 und deren praktischen Konsequenzen.
  2. Der Teilnehmer kennt die Grundbegriffe der Revision für Vorsorgeeinrichtungen.
  3. Er kennt die Arbeitsweise der Revision und die von der Revision benötigten Unterlagen.
  4. Er kennt die Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit der Kontrollstelle.
  5. Er kennt einschlägige Beispiele von Revisonsberichten und deren praktischen Konsequenzen.

Kapitalanlagen

Thema 1: Anlagekonzepte

  1. Aufgaben, Problemstellung und Hilfsmittel der Bewirtschaftung von Vorsorgevermögen kennenlernen.
  2. Bedeutung der Vermögensbewirtschaftung als wichtigstes Instrument für die erfolgreiche Erfüllung des Vorsorgezweckes jeder Pensionskasse bewusst machen.
  3. Die 3 Phasen des Führungsprozesses bei der Vermögensbewirtschaftung.
  4. Bestimmungsfaktoren des anlagepolitischen Risikoprofils.

Thema 2 + 3: Anlagen in Anlagefonds und Anlagestiftungen

  1. Der Teilnehmer kennt den Aufbau und den Unterschied von Anlagefonds und Anlagestiftungen.
  2. Er kennt die Möglichkeit der Kapitalanlage in den schweizerischen Anlagefonds/Anlagestiftungen sowie deren Vor- und Nachteile.
  3. Er kennt die schweizerischen Anlagefonds/Anlagestiftungen, insbesondere deren Ursprung, Grösse und Geschäftsresultate.

Thema 4a: Anlagen in Aktien

  1. Der Teilnehmer kennt den Begriff, die Rechtsnatur und Typen der Aktie und deren verwandten Formen insbesondere:
    • Inhaberaktie
    • Namenaktie
    • Vorzugs- oder Prioritätsaktie
    • Stimmrechtsaktien
    • Stammaktien
    • Genussaktien
    • Nennwertlose Aktien
    • Aktienzertifikate
    • Interimsschein
    • Genusschein
    • Partizipationsschein
    • Option auf Aktien etc.
    • Genossenschaftsanteilschein
  2. Er kennt die praktischen Anlagemöglichkeiten und Grundsätze bei Anlagen in Aktien.
  3. Er kennt die Schlüsselzahlen und weitere Anhaltspunkte für die Beurteilung von Aktien.
  4. Er kennt die Möglichkeiten und Auswirkungen von Kapitalerhöhungen/Anrechte/Split.

Thema 4b: Nominalwertanlagen

  1. Der Teilnehmer kennt die praktischen Anhaltspunkte für die Liquiditätsbewirtschaftung.
  2. Er kennt die Anlagemöglichkeiten von liquiden Mitteln sowie deren praktische Vor- und Nachteile.
  3. Er kennt die Anlagemöglichkeiten für kurzfristige Geldanlagen sowie deren praktische Vor- und Nachteile.
  4. Er kennt die praktischen Anlagemöglichkeiten in Obligationen insbesondere Kassenobligationen, Anleihensobligationen, spezielle Formen von Obligationen, Wandelobligationen.

Thema 5: Geschäftsarten

  1. Der Teilnehmer kennt die verschiedenen Geschäftsarten insbesondere Emissionen, Privatplazierungen, limitierte und terminierte Käufe und Verkäufe.
  2. Er kennt die praktischen Anforderungen und Möglichkeiten der Devisenkursabsicherung.
  3. Er kennt die praktischen Möglichkeiten des Futures-Geschäft.

Thema 6: Schuldnerqualität

  1. Der Teilnehmer kennt die praktischen Möglichkeiten zur Ermittlung der Schuldnerqualität.
  2. Er kennt die praktischen Anforderungen und praktischen Möglichkeiten zur Überwachung der Schuldnerqualität.
  3. Er kennt anhand praktischer Beispiele die Auswirkungen mangelnder Ermittlung und Überwachung der Schuldnerqualität sowie die Bedeutung der Schuldnerqualität in der Personalvorsorge.

Thema 7: Märkte

  1. Der Teilnehmer kennt die wichtigsten Geld-, Obligationen- und Aktienmärkte sowie den grauen Markt bzw. die Direktgeschäfte.
  2. Er kennt die Grundbegriffe und die wichtigsten Zusammenhänge für Marktbewegungen anhand praktischer Beispiele.
  3. Er ist anhand praktischer Beispiele in der Lage, Markt, Kennziffern, Statistiken und Kommentare zu verstehen.
  4. Er kennt die wichtigsten Informationsquellen und deren sinnvolle praktische Benützung.

Thema 8: Rahmenbedingungen

  1. Der Teilnehmer kennt die Anlagevorschriften gemäss ZGB/OR/BVG/ BVV2, kantonalen Erlassen und Entscheiden.
  2. Er kennt die Auswirkungen der Anlagegrundsätze auf die Vermögensverwaltung von Pensionskassengeldern.
  3. Er kennt die praktischen Möglichkeiten kassenbedingter Kriterien, insbesondere Sozialpolitik, Arbeitgebervertretung, allgemeine und finanzielle Lage der Arbeitgeberfirma unter Berücksichtigung verschiedener Organisationsformen.
  4. Er kennt die Möglichkeit der Verteilung auf verschiedene Anlagekategorien unter Berücksichtigung der Pensionskassenstatistik und praktischer Beispiele verschiedener Kassentypen.
  5. Er kennt die Auswirkungen der Anlagegrundsätze auf die Vermögensbewirtschaftung von Pensionskassengeldern.

Thema 9: Portefeuillestrukturen / Performance

  1. Der Teilnehmer weiss, was Sicherheit bei der Vermögensbewirtschaftung heisst.
  2. Er kennt die Grundlagen der Diversifikation.
  3. Er kennt die Titelrisiken und Portfoliorisiken.
  4. Er kennt die Grundlagen für die Auswahl des optimalen Portfolios.

Thema 10: Optionen

  1. Bedeutung von Optionen
  2. Optimale Einsetzung von Optionen.
  3. Die verschiedenen Optionen-Geschäfte

Thema 11: Anlagen in Immobilien

  1. Der Teilnehmer kennt die wichtigsten Beurteilungskriterien beim Kauf einer Liegenschaft oder eines Grundstückes, insbesondere Realwert, Ertragswert, Verkaufswert, Bruttorendite und Nettorendite.
  2. Er kennt praktische Verhaltensweisen im Liegenschaftshandel.
  3. Er kennt das praktische Vorgehen beim Kauf/Bau einer Liegenschaft oder eines Grundstückes insbesondere bezüglich
    • Grundeigentum
    • Grundbuch
    • Kaufvertrag
    • Dienstbarkeiten, Grundlasten
    • Pfandrecht
    • Architekturvertrag
    • Generalunternehmervertrag

Thema 12: Hypothekaranlagen

  1. Der Teilnehmer kennt das praktische Vorgehen bei der Beurteilung und Abwicklung von Hypothekardarlehen sowie praktische Beispiele der Verwaltung.
  2. Er kennt anhand praktischer Beispiele Umfang und Handhabung von Hypothekaranlagen in verschiedenen Kassentypen.

Thema 13: Liegenschaftsverwaltung

  1. Der Teilnehmer kennt die Grundzüge und praktischen Möglichkeiten der Liegenschaftsverwaltung. Insbesondere kennt er die Grundbegriffe von Verwaltungsvertrag, Mietvertrag und Mieterschutz.
  2. Er kennt die praktischen Möglichkeiten zur Erstellung der Mietzinsabrechnungen, Mieterspiegel und Heizkostenabrechnung.
  3. Er kennt die Anforderungen und praktischen Anwendungsbeispiele einer Liegenschaftsbuchhaltung insbesondere Kontenplan, Verbuchungen und Jahresabschluss.
  4. Er kennt die Schnittstellen zur Finanzbuchhaltung.

Thema 14: Anlageorganisation

  1. Der Teilnehmer kann alle notwendigen Massnahmen treffen, um die reibungslose Realisierung der Anlagestrategie sicherzustellen.
  2. Er weiss, wie ein Vermögensverwalter eingesetzt wird.

Pensionskassenführung

Thema 1: Organisation und Geschäftsführung

  1. Der Teilnehmer kennt Entstehung, Aufbauorganisation, Grundzüge der Ablauforganisation, Entscheidungsträger, Infrastruktur, EDV-Organisation verschiedener Typen von Vorsorgeeinrichtungen.
  2. Er kennt deren Schwerpunkte bezüglich Urkunde, Reglement, Versicherungspläne sowie deren Versichertenstruktur, Beitragsvolumen und Vermögensschwerpunkte.
  3. Er kennt die praktische Anwendung sinnvoller Organisationsinstrumente wie Organisationshandbuch, Termin- und Aktivitätenplanung, Pflichtenhefte sowie Checklisten.
  4. Er kennt sinnvolle Anwendungen von Aufgabenteilung und Kompetenzregelung zwischen Stiftungsrat, Geschäftsführung und Verwaltung durch interne oder externe Stellen.

Thema 2: Informatik

  1. Der Teilnehmer kennt die Unterscheidungsmerkmale von Computersystemen.
  2. Er kennt die wesentlichen Begriffe aus der Computerwelt.
  3. Er kennt das Vorgehen bei Einführung von EDV-Projekten.
  4. Er kennt mögliche Hardwarekonfigurationen sowie Beurteilungskriterien für Computersysteme in Vorsorgeeinrichtungen.
  5. Er kennt die praktische Anwendung des Betriebsystemes MS-DOS sowie einfacher BASIC-Programmierung.
  6. Er kennt die praktische Anwendung von Datenbank-, Tabellenkalkulations- und Grafikprogrammen.
  7. Er kennt die Anforderungen an die benutzerseitige Vorbereitung für EDV-Applikationen. Insbesondere kennt er den Aufbau einer Grobanalyse.
  8. Er kennt die wesentlichen bestehenden Anwendungen aller Verwaltungsbereiche verschiedener Organisationsformen.
  9. Er ist in der Lage, für eine Vorsorgeeinrichtung den sinnvollen Einsatz an EDV unter Berücksichtigung des Nutzen/Leistungsverhältnisses abzuschätzen. Er kennt das Vorgehen bei der Evaluation von Hardware und Software.

Thema 3: Eintritte und Bestandesverwaltung

  1. Der Teilnehmer kennt die praktischen Möglichkeiten sowie die administrativen Erfordernisse bei einer Aufnahme von Versicherten in eine Vorsorgeeinrichtung.
  2. Er kennt Besonderheiten aller wichtigen Organisationsformen.
  3. Er kennt die administrativen Anforderungen und praktischen Möglichkeiten von Betriebsaufnahmen unter Berücksichtigung der Organisationsformen.
  4. Er kennt die praktischen Möglichkeiten der Bestandesführung in verschiedenen Organisationsformen.
  5. Er kennt insbesondere die praktischen Möglichkeiten der Schattenrechnung.

Thema 4: Austritte / FZG

  1. Der Teilnehmer kennt die praktischen Anforderungen für die Abwicklung von Austritten unter Berücksichtigung der verschiedenen Organisationsformen.
  2. Er kann die Austrittsleistungen gemäss Freizügigkeitsgesetz korrekt berechnen.

Thema 5: Leistungen

  1. Der Teilnehmer kennt die praktischen Anforderungen für die Abwicklung von Invaliditätsfällen unter Berücksichtigung der Organisationsformen.
  2. Er kennt die praktischen Anforderungen für die Abwicklung von Todesfällen unter Berücksichtigung der Organisationsformen.
  3. Er kennt die praktischen Anforderungen für die Abwicklung von Altersrücktritten unter Berücksichtigung der Organisationsformen.
  4. Er kennt die Besonderheiten und administrativen Erfordernisse für vorzeitige Pensionierungen, Kapitalabfindungen, Teuerungsanpassungen, AHV-Überbrückungsrenten und die Behandlung von Witwenanwartschaften sowie Koordination mit anderen Sozialleistungen.
  5. Er kennt die Schnittstellen zum Zahlungsverkehr und zur Finanzbuchhaltung.
  6. Er kennt die administrativen Erfordernisse für die Berechtigungskontrolle und steuerliche Bescheinigung der Leistungen.

Thema 6: Wohneigentumsförderung

  1. Der Teilnehmer kennt die Bestimmungen des Wohneigentumsförderungsgesetzes sowie der Verordnung.
  2. Er kann die Höhe des Betrages zur Wohneigentumsförderung sowie die Leistungskürzung berechnen.
  3. Er kennt die Abwicklung bei Barbezug und bei Verpfändung.

Thema 7: Sozialversicherungen

  1. Der Teilnehmer hat den Überblick über die verschiedenen Sozialversicherungen.
  2. Er kennt jeweils die Aufgaben, die Finanzierungsart und die Leistungen.

Thema 8: Koordination Sozialversicherungen

  1. Der Teilnehmer kennt die Koordinationsgrundsätze.
  2. Er kennt die Koordinationsvorschriften im Leistungsbereich gemäss BVG.
  3. Er versteht die Koordination von 1. und 2. Säule.
  4. Er versteht die Koordinationsbestimmungen unter den Sozialversicherungszweigen.

Thema 9: Rechnungswesen

  1. Der Teilnehmer kennt den Aufbau und die Ablauforganisation des Rechnungswesens verschiedener Typen von Vorsorgeeinrichtungen.
  2. Er kennt deren Nebenbuchhaltungen sowie deren Berücksichtigung im Hauptbuch.
  3. Er kennt die Schwerpunkte deren Finanzplanung sowie Berichterstattung.
  4. Er kann über Zweckmässigkeit, Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme ein sachgemässes Urteil abgeben.

Thema 10: Kapitalanlagen

  1. Der Teilnehmer kennt die Entscheidungsträger und die Ablauforganisation der Vermögensanlagen verschiedener Kassentypen.
  2. Er kennt deren Infrastruktur für die Vermögensanlage sowie deren Entscheidungsgrundlagen sowie deren Vermögensverwaltungssysteme.
  3. Er kann über Zweckmässigkeiten, Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme ein sachgemässes Urteil abgeben.

Thema 11: Externe Institutionen

  1. Der Teilnehmer kennt die administrativen Erfordernisse im Verkehr mit den kantonalen und eidgenössischen Steuerbehörden.
  2. Er kennt die wesentlichen administrativen Erfordernisse und Schwerpunkte im Verkehr mit der Kontrollstelle.
  3. Er kennt die wesentlichen administrativen Erfordernisse und Schwerpunkte im Verkehr mit den Versicherungsexperten.
  4. Er kennt die wesentlichen administrativen Erfordernisse und Schwerpunkte im Verkehr mit den Aufsichtsbehörden.
  5. Insbesondere ist er in der Lage, die Abrechnung und Rückforderungsanträge für den Sicherheitsfonds zu erstellen.
  6. Er kennt die Schwerpunkte und praktischen Möglichkeiten im Verkehr mit Banken.
  7. Er kennt die Schwerpunkte und praktischen Möglichkeiten im Verkehr mit Versicherungsgesellschaften.
  8. Er kennt die Schwerpunkte und praktischen Möglichkeiten im Verkehr mit Ausgleichskassen.
  9. Er kennt die praktischen Möglichkeiten im Verkehr mit Treuhänder oder Beratungsfirmen für Vorsorgeeinrichtungen.

Eidg. Berufsprüfung

Die eidg. Berufsprüfungen finden nach der zweijährigen Ausbildung statt. Sie umfassen folgende Prüfungsteile mit Gewichtung und Dauer.

    Art der Prüfung Zeit Gewichtung
1. Rechtsgrundlagen schriftlich 2 h einfach
2. Versicherungstechnik schriftlich 2 h einfach
3. Rechnungswesen schriftlich 2 h einfach
4. Kapitalanlagen schriftlich 2 h einfach
5. Pensionskassenführung Fallstudien schriftlich 4 h doppelt
6. Pensionskassenführung Fallstudien mündlich 30 Min. einfach
  Total   12.5 h  

Prüfungsteil: 1. Rechtsgrundlagen
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 2. Versicherungstechnik
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 3. Rechnungswesen
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 4. Kapitalanlagen
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 2 h
Gewichtung: einfach

Prüfungsteil: 5. Pensionskassenführung Fallstudien
Art der Prüfung: schriftlich
Zeit: 4 h
Gewichtung: doppelt

Prüfungsteil: 6. Pensionskassenführung Fallstudien
Art der Prüfung: mündlich
Zeit: 30 Min.
Gewichtung: einfach

  • Für die Durchführung und das Bestehen ist das Prüfungsreglement massgebend.
  • Die Prüfungsgebühren betragen pauschal Fr. 2000.–
  • Die Anmeldungen zu den Prüfungen erfolgen mit einem speziellen Formular.

Prüfungstermine

Prüfungstermine 2019

Mündliche Prüfungen im Fach PF

Samstag, 9. November 2019

Schriftliche Prüfungen

Donnerstag 24. Oktober 2019 09.00 - 13.00 PF Fallstudien
Freitag 25. Oktober 2019 09.00 - 11.00 RG
    12.30 - 14.30 KA
Samstag 26. Oktober 2019 09.00 - 11.00 VT
    12.30 - 14.30 RW

Diese Daten gelten ebenfalls für die Repetenten.

Prüfungstermine 2020

Mündliche Prüfungen im Fach PF

Samstag, 14. November 2020

Diplomprüfungen

Donnerstag 5. November 2020 09.00 - 11.00 RW
    12.30 - 14.30 VT
Freitag 6. November 2020 09.00 - 11.00 RG
    12.30 - 14.30 KA
Samstag 7. November 2020 09.00 - 13.00 PF Fallstudien

Diese Daten gelten ebenfalls für die Repetenten.