Warum die Ausbildung der Stiftungsräte zentral ist
Was halten Sie von dieser Kritik?
Für die meisten Versicherten ist das Vorsorgevermögen der wichtigste Vermögenswert. Dass die berufliche Vorsorge kritisch betrachtet wird, ist deshalb nachvollziehbar. Oft geht dabei jedoch vergessen, dass sie langfristig ausgerichtet ist und sich die Vorsorgeeinrichtungen an diesem Zeithorizont orientieren.
Investieren Pensionskassen in der Schweiz wirklich zu defensiv?
Aus meiner Sicht nicht. Wir verfolgen in der Schweiz einen eigenen Weg in der beruflichen Vorsorge: sicherheitsorientiert und mit dem bekannten «Swiss Finish». Vergleiche mit anderen Ländern sind immer schwierig, da die Ausgangslagen unterschiedlich sind. Vor einigen Jahren galten etwa amerikanische Pensionskassen, zum Beispiel einzelner Universitäten, als Vorbilder. Nachdem viele Versicherte mit diesen Vorsorgeplänen erhebliche Verluste erlitten haben, spielen sie in der Debatte kaum noch eine Rolle.
Welche Kompetenzen müssen Stiftungsrätinnen und -räte heute mitbringen, um «richtig» zu investieren bzw. ihre Verantwortung gegenüber den Versicherten langfristig wahrnehmen zu können?
Stiftungsrätinnen und -räte benötigen ein hohes Kompetenzniveau und ein solides Verständnis der Anlagemärkte. Sie können sich zwar beraten lassen - die Verantwortung bleibt jedoch bei ihnen. Entscheidend ist, dass sie die Anlageinstrumente, in die investiert wird, gut kennen und verstehen.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der Stiftungsrätinnen und -räte?
Die Ausbildung spielt eine zentrale Rolle. Sie sollte durch ausgewiesene Fachspezialistinnen und -spezialisten erfolgen - nicht durch Produktverkäuferinnen und -verkäufer. Die Fachschule für Personalvorsorge bietet entsprechende Angebote an. Sie ist, wie der VPS, Partner des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP für entsprechende Weiterbildungen.
